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Historisches
Unter diesem Menüpunkt finden Sie Historisches rund um die Dörfer um den Stenumer Wald.
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Interessante Bodenverhältnisse
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Obwohl im bereits ausführlich über die Entstehung des Bodens am Geestrand berichtet wurde, scheint es doch erforderlich, die Verhältnisse im Raum Rethorn-Kamern noch besonders zu betrachten. Der umfangreiche Sand- und Tonabbau in diesem Bereich hat dazu geführt, dass die geologischen Gegebenheiten das Interesse der Wissenschaftler in ganz besonderem Maße fanden. Bereits in der Heimatkunde des Herzogtums Oldenburg von 1913 setzt sich H. Schütte im Rahmen der Geologie der Heimat mit den Gegebenheiten am Geestrand besonders auseinander. Ein Foto über den Tonaufschluss in der Ziegeleigrube von Kamern stellt eine der Schichtungen auch bildlich dar. Auszugsweise sagt Schütte folgendes: Die zu mächtigen Lagern aufgehäuften Tonmassen, werden, wenn sie noch reich sind an Kalk, als Mergellager, wenn aber der Kalk ausgewittert und das Eisen oxydiert ist, als Lehmlager bezeichnet. Meistens schließen sie viele mitgeschobene Blöcke von Granit, Gneiß, Porphyr, Sandstein usw. ein. Man spricht dann von Geschiebemergel oder Geschiebelehm. Oftmals verraten die Steinblöcke durch abgeschliffene Flächen, dass sie über liegendes Gestein unter großem Druck hinweggeschurrt sind. Sind sie ringsum gerundet, so haben mit dem Geröll die Gletscherwasser ihr Spiel gehabt. Wo sich größere Gerölle gehäuft finden, darf man auf das Bett eines mit großer Kraft strömenden Gletscherbaches schließen. Vielfach liegt die Grundmoräne auf Bänderton, in der Delmenhorster Gegend Dwo genannt. Er sieht im feuchten Zustand schwarz aus und enthält stellenweise zerriebene Braunkohle. Er wird auch als Lauenburger Ton bezeichnet. Nur die weniger kalkreichen Schichten sind zum Ziegelbrennen geeignet. Sind sie sehr sandarm, so müssen sie mit sandreicherem Material vermischt werden. An anderer Stelle sagt Schütte: Gleich beim Bahnhof Grüppenbühren steigt der Geestrand aus der Tiefe des Moores bis zu 29 m empor. Dieses Hochufer hat das Inlandeis (der mittleren Eiszeit) schon vorgefunden. Das beweisen die gewaltig zusammengestauchten Massen von schwarzem Ton, die es mit eingepressten geschichteten Sandschollen auf den liegenden Sand hinaufschob. Es scheint, als hätte das Eis jenen Ton aus der vorgelagerten Senke emporgepresst und mit gefrorenen Sandmassen des Hochufers durchmengt. Schütte geht auch auf die großen Sandlager ein. Er sagt: Westlich von Kamern keilt der Ton aus. Hier beginnen die ausgedehnten Sandausschachtungen der Eisenbahn, an die sich die Kiesgruben der Hartsteinfabrik anreihen. Vom Geröll bis zu den feinsten Korngrößen stufen sich die Kiese und Sande unserer Geest oft in denselben Sandgruben, z.B. bei den Hartsteinwerken in Grüppenbühren. Manchmal sind die schräg einfallenden Sand- und Kiesschichten horizontal abgehobelt und von der geschiebereichen Grundmoräne überdeckt, manchmal finden sich mitten im Geschiebeton mitgeschobene Schwemmsandmassen, sogenannte Sandlinsen, die noch ihre ursprüngliche Schichtung zeigen. Angefügt seien hier noch einige Sätze aus der Arbeit von Prof. Dr. Dienemann über den geologischen Aufbau unserer Heimat in dem Werk Der Landkreis Oldenburg von 1956. Er sagt: Gewisse Tone und Sande, die am Aufbau der Geest einen großen Anteil haben, sind elstereiszeitliche (früheste Eiszeit) Ablagerungen. Es sind dies der Lauenburger Ton und die tieferen Teile der Unteren Sande, in der Bremer Gegend auch Ritterhuder Sande genannt. Es handelt sich um helle, bis über 20 m mächtige, sehr feinkörnige und nur selten von schwach kiesigen Lagen durchsetzte Quarzsande. Am Geestrand erstrecken sie sich von Kamern bis an den Westrand von Hude. Die großen Sandentnahmen der Bundesbahn und des Kalksandsteinwerkes bieten hier prächtige Aufschlüsse. Wie chaotisch der Bodenaufbau am Geestrand ist, lässt sich vorzüglich aus einer Bodenkarte der Forstverwaltung für den Stenumer Wald erkennen. Danach ist im Westen des Waldes Mergeluntergrund, im Norden Geschiebelehm, im Zentrum und im Osten Lauenburger Ton, am Südrand Sand vorhanden. Eingelagert sind in diesen Untergrund zwei kleine Sandlager im mittleren und im südöstlichen Bereich, ein Mergelgebiet am Südostrand und zwei Geschiebelehmlager im mittleren und südwestlichen Gebiet. Wollen wir es mit diesem Blick auf den geologischen Aufbau des Geestrandes genug sein lassen. Dass dabei in erster Linie Ausführungen von Fachleuten zitiert wurden, mag der Leser verzeihen. Die schwierige Materie machte es erforderlich. Schließlich sei noch erwähnt, dass in den Ablagerungen am Geestrand ab und an auch Bernsteinstücke gefunden worden sind. Ein großes Stück wurde im Sommer 1823 beim Tongraben in Rethorn entdeckt. Es wird in einem Zeitungsbericht aus jener Zeit als 4 Zoll lang, 1,5 Zoll dick und 12 Lot schwer beschrieben. |
Quelle: Kurt Müsegades, Stenum-Rethorn-Schierbrok - Dörfer um den Stenumer Wald
© 2000 Kai de Barse www.rethorn.de