Historisches

Chronik des Stedingerlandes

Chronologie

Ereignisse:

jüngeren Steinzeit

Frühe Besiedlung der Marsch, belegt durch Funde von durchlochten Felssteinäxten zwischen Altenesch und Rodenkirchen aus der jüngeren Steinzeit.

10000-800

v. Chr. Huchting ist Durchgangs- und Siedlungsland während Stein-, Bronze- und Eisenzeit, wie Bodenfunde z.B. auf dem Hohen Horst beweisen.

um 2000

v.Chr. Großsteingräber in der Alhorner Heide.

700

v.Chr. Pestruper Gräberfeld ( Vorrömische Eisenzeit ).

200

v.Chr. Besiedlung der Marsch, durch die Germanischen Chauken.

12

v.Chr. - 15 n.Chr. Die Chauken unterwerfen sich den Römern.

Belegt durch den Fund eines römischen Tongefäßes in der Weser bei Lemwerder

1.Jahrh. n. Chr.

Siedlungen von Chauken, später Sachsen. Wahrscheinlich gab es Handelskontakte mit den Römern. Römische Flottenpräsenz im Ems- Weser und Elbemündungsraum.

47 Der römische Eroberungsfeldzug unter Corbulo zur Unterwerfung der Küstenregion und der Nordseechauken scheitert.

50

n.Chr. Bericht des Römers Plinius der Ältere (23 - 79 n.Chr.) über die Wurten der Nordseechauken. [Chronist des Feldzug unter Corbulo.]

200

Die Chauken siedeln an der Huntemündung auf dem hohen Uferstreifen.

um 350

Verfall des Chaukenstaates, und Vordringen der Sachsen und Friesen im Gebiet der Unterweser. Die Chauken gehen allmählich in den sächsischen Stammesverband auf.

4/5. Jahrh Es ist die Zeit der Völkerwanderungen

430

Patrick christianisiert Irland

5/6. Jahrh.

Einfall der Sachsen nach England. Prägestempel auf Gefäßen die in England gefunden worden, sind auch in Huchting nachweisbar.

600

Im Gebiet von Elsfleth entstehen die ersten Wurten.

7./8. Jahrhundert

Die Lechterseite nördlich der Ollen (Ollen leitet sich ab von "ein altes Wasser" = "Aldena"), hervorgegangen aus drei Weserinseln, wegen ihrer Hochlage (durchschnittlich 0,5 - 1,0 m über NN) besiedelt.

780

Die Sachsen werden von Karl dem Großen unterworfen. Bremen und Umgebung werden Missionsgebiet.
Der angelsächsische Mönch Willehad wird mit der Christianisierung Wigmondies "Das Land an der Unterweser und Unterelbe" durch Karl den Großen beauftragt.

782-785 Der Friesen- und Sachsen aufstand unter Herzog Widukind zwingt Willehad zur Flucht, er findet Zuflucht im Kloster Echternach bei Trier.
785 Widukind wird getauft. Die Taufe erfolgte am königlichen Hof Attigny.
Willehad setzt seinen Missionierungsauftrag fort.

782

Erste urkundliche Erwähnung Bremens.
Die Menschen lebten auf den "verbrämenden" Rändern der Düne;
so erklärt man den Namen "Bremun".

787

Willehad wird in Worms zum Bischof geweiht
Karl d. Große gründet das Bistum Bremen. Bremen wird Missions-Stützpunkt für den Norden Europas.
Mit Karl dem Großen als weltlichem und mit Bischof Willehad als geistlichem "Gründer".

08.11.789

Der aus Nordhumberland stammende Priester Willehad (755 - 789), erster Bischof von Bremen, stirbt am 08.11.789 in Blexen [in der "Vita sancti Willehad" wird Blexen "pleccateshem" genannt],
beigesetzt in der Kirche St. Petri (Mutterkirche des Nordens).
Petri-Schüssel im Wappen von Bremen

25.12.800 Karl d. Gr. wird in Rom durch Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt

804

Karl d.Gr. zieht gegen die Sachsen, Nordalbingien wird den Abodriten überlassen
Gründung der Bistümer Münster, Osnabrück, Paderborn, Minden, Bremen und Verden

845

Sitz des Erzbistums Hamburg-Bremen (Erzbischof Ansgar).

888

König Arnulf verleiht dem Erzstift das Marktrecht

8./9.
Jahrhundert

Die " olde Borch " ('Aldenabrock' später dann 'Oldenburg'), eine alte Wasserburg (eine sächsisch-friesische Fluchtburg) wurde strategisch und verkehrsmäßig günstig dort gebaut wo ein schmaler Geestrücken die Hunte kreuzt und wo sie ihre Süd-Nord-Richtung verlässt und nach Osten zum Weserstrom einbiegt.

900

Elsfleth nimmt am damaligen Fernhandel der Wikinger teil, wie ein Goldschatz ausweist.

948

Gründung der Bistümer Brandenburg, Havelberg, Oldenburg, Schleswig

965

Kaiser Otto I. verleiht an Erzbischof Adaldag das Marktprivileg
<< Einführung des Bremer-Marktrechtes >>

995

Letzte Wikingereinfälle im Wesergebiet.

Ende des 1.Jahrtausend nach Christi Geburt.

um 1000

Die ersten oldenburgischen Grafen ließen sich nieder und bauten eine Burg.

1005

Elsfleth besitzt eine Sendkirche. Von hier aus werden Gemeinden in Niederstedingen gegründet.

1040

Die Lechterseite, in Stedingen, wird besiedelt. (unregelmäßige Besiedlung)

1043-1072

Erste wirtschaftliche Blüte der Stadt Bremen unter Erzbischof Adalbert Erzbischof Adalbert, Bischof der vereinigten Bistümer Bremen - Hamburg (geb. um das Jahr 1000 als Sohn des Grafen Friedrich auf der Burg Goseck bei Naumburg)
Begann mit dem Bau des Bremer Domes

1062

Erste urkundliche Erwähnung Brokhuchtings als "Huchtinghebroch". Das Gebiet wird von König Heinrich IV. der bremischen Kirche vermacht. Die Namensdeutung ist umstritten, evtl. Herleitung vom "Hohen Thing" einer germanischen Versammlungsstätte.

1063

Von Kloster Rastede aus wird der Lienebrok besiedelt.

1063

Die erste urkundliche Erwähnung von Stedingen bezieht sich auf das Jahr 1063 n. Chr., als das noch unbesiedelte Gebiet "Aldenabrock" durch König Heinrich IV. in den Besitz der Kirche überging.

1066

Heinrich IV. großjährig, Adalbert v. Bremen entmachtet.

1072 - 1101

Der Bremer-Dom, und insbesondere die Halle der Ostkrypta, erbaut unter Bischof Liemar 1072 bis 1101

1100

Die Stedinger ("Steder") ziehen einen Deich von der Huntemündung bis zum Braksiel. Mit der Errichtung des Weserdeiches um das Jahr 1100 begann die eigentliche Besiedlung, vorwiegend durch niederländische Einwanderer, des "Landes am Gestade" - daher der Name Stedingen.

1106

Die Siedlung Oldenburg wird durch den Grafen Egilmar I erstmalig erwähnt. Urkundlich " Aldenburg " später Oldenburg.

In dieser Urkunde verspricht Grafen Egilmar I dem Kloster zu Iburg jährlich 90 Bund Aale. Die von Moorhausen und Jethausen in " Aldenburg " abgeliefert werden sollten.

1106 - 1158

Weitere Besiedlung und Eindeichung.

1142

Die Brookseite (Sumpf u. Moor), in Stedingen, wird besiedelt.
Gründungsurkunde Süderbrook ("südlicher Sumpf", [lat.] "palus australis") und erster Bau einer Kirche

1149

Wurde der Ort Berne erstmalig erwähnt. Später geschrieben wurde u.a. "Berna", "Borg tor Bernde", "Behrnde", "Behrne", "Dorpe thor Behrn"', "Bernt"

1150

Entstehung Lemwerders als Festung Versfleth und Gründungszeit der Kapelle am Deich

1158

Die Ochtum erstmals als "Ochtmund" = Ochtummündung erwähnt. Später auch "Ochen", "Ochtmoni" oder "Oggen" geschrieben.

17.02.1164

Erste große Sturmflut (Julianienflut) nach dem Bau von Deichen. Schwere Verwüstungen in Nordfriesland.

1158

Friedrich I. Barbarossa bestätigt dem Erzbischof von Bremen die Grafenrechte über Stedingen.

1171

"Huhtinge" erwähnt. Neben den Erzbischöfen haben vor allem die Grafen von Oldenburg und Delmenhorst Einfluß im Vieland. Durch Schenkungen erhält das Kloster Heiligenrode umfangreichen Landbesitz.
(niederdt. Vi, Vie = flach, sumpfig)

1180

Mit dem Sturze Heinrich des Löwen, änderte sich die politische Landschaft in Norddeutschland von Grund auf. Die Grafschaft Oldenburg wird vom Erzbischof von Bremen abhängig, macht aber Vogteirechte in Stedingen geltend, wo die Grafen die Lechtenburg und die Burg Liene besitzen.

1186

Kaiser Friedrich Barbarossa bestätigt die ersten Grundrechte.

1187

Die Stedinger Bauern schließen sich zusammen, um sich gegen die ihrer Ansicht ungerechtfertigen Ansprüche der umliegenden Feudalherren zu wehren.
Stedinger verbrennen Lichtburg und Burg zu Sannau

1200

Ein "Unternehmer" Hermann erhält die Erlaubnis zur Urbarmachung im Huchtinger Gebiet. Seine Wohnstelle befand sich wahrscheinlich bei der Flur "Hermannsburg". Beginn des Deichbaus.

1204

Die Aufständischen zerstören Burg Liene bei Elsfleth und die Lechtenburg. Die Grafen von Oldenburg reagieren nicht. Die Bauern beginnen mit der Befestigung der Landesgrenzen.
Stedinger vertreiben Graf Moritz (Sohn des Grafen Egilmar I) aus seiner Burg in Berne.

1207

Erzbischof Hartwig I. entsendet Truppen nach Stedingen an, ist aber, gegen Zahlung eines Tributs, zum Abzug zu bewegen.

1208

Die Stedinger unterstützen Erzbischhof Waldemar von Bremen.
Gegen über den Gegenbischof Gerhard von Osnabrück

1211

Stedinger erobern die Burg Seehausen (gehörte einenVerbündeten von Gegenbischof Gerhard von Osnabrück) und die erzbischöfliche Monsilienburg

1213

Stedinger zerstören Haus "Rhiensberg" zu Bremen.

1214

Die Stedinger zerstören einen Stützpunkt der Herren von Stotel an der Lunemündung und belagern vergeblich Hagen.

1215

Die Stedinger unterstützen nun Erzbischhof Gerhard von Osnabrück der nun auf den bremischen Stuhl sitzt.

1219 - 1258

Nach langen inneren Wirren im Erzbistum, wird Gerhard II. Edelherr von der Lippe, Erzbischhof.

16.01.1219

Erste Marcellustflut, trifft vor allem die Küste von Friesland bis Holland.
36.000 Menschen ertrinken.

1220

Erzbischof Gerhard II erbaut in Lemwerder das "Witte Slott"
Ließ die Weser durch Pfähle sperrren und die Duchfahrt mit einer Kette schließen um eine Durchfahrtsgebühr nach Bremen zu erheben.
Daruf segelten die Bremer, mit einer großen Kogge, die Weser hinunter und zerrissen die Kette.

1227

Erzbischof Gerhard II. erwirbt die Grafschaft Stade zurück, die wichtig ist wegen der weitgehenden Rechte, die an diesem Titel hängen.
Die Stedinger nehmen an einen Kreuzzug nach Palästina teil.

1229

Erste Offensive des Erzbischofs gegen die Stedinger. Die Bauern schlagen ein Heer unter dem Kommando seines Bruders "Hermann von der Lippe" bei Hasbergen und töten den Befehlshaber.
Gerhard II verliert einen Kampf gegen die Stedinger

1230

Die Stedinger zerstören die Schlutterburg an der Delme in Schlutter/Ganderkesee, von wo aus das südliche Stedingen bedroht wurde.

17.03.1230

Die Synode des Erzbistums Bremen verurteilt die Stedinger als Ketzer. Gerhard II klagt die Stedinger der Ketzerei an erste urkundliche Erwähnung von St.-Gallus. Trennung der Süderbrooker Kirche von Berne, Übergang zum des Weißamt Bremer Domes, Entstehung der Altenescher Vogtei, Kirchliches Gericht in Süderbrook

1230

Kaiser Friedrich II. dankt den Stedingern für die Unterstützung des Deutschen Ordens während der Kreuzzüge.

1231

Papst Gregor IX. beauftragt die Bischöfe von Lübeck, Ratzeburg und Minden, die Ketzereien der Stedinger zu untersuchen.
erste Päpstliche Ketzerurkunde gegen die Stedinger.

1231

Kloster Hude wird gegründet.

1232

Kaiser Friedrich II. erlässt sein Ketzeredikt, offensichtlich beeinflusst vom bremischen Erzbischof, der nach Italien gereist ist, um den Papst und den Kaiser gegen die Stedinger aufzuhetzen.
Kaiserliche Ketzergesetze und weitere Papsturkunde

29.10.1232

Papst Gregor IX. ruft zum Kreuzzug gegen die Stedinger auf.

1233

Nach anfänglichem Zögern schließt sich die Stadt Bremen der Koalition gegen die Stedinger an. Erzbischof Gerhard kann die Bauern völlig isolieren, gleichzeitig aber eine große Armee zusammenziehen, mit der er den Feldzug eröffnet.

Erzbischof Gerhard II zieht den Bremer Senat auf seine Seite, Papst ruft erneut zum Kreuzzug auf, in ganz Norddeutschland sammelt sich ein Kreuzfahrerheer gegen die Stedinger.
Für ihre Hilfeleistung erhält die Stadt Bremen umfangreiche Zugeständnisse von Erzbischof Gerhard II. Bremer Bürger können in den nächsten Jahrzehnten vermehrt Land in Bremens Umgebung erwerben. Später folgt ein Verbot, Land an Nicht-Bremer zu verkaufen.

Juni 1233

Die Armee der Feudalherren erobert die Osterstader Marsch. (d.h. die Stedinger am rechten Weserufer)

06.07.1233

Die Stedinger siegten zum zweiten Male bei Hasbergen, diesmal über einen oldenburgischen Grafen "Burchard von Oldenburg".

27.05.1234

Schlacht bei Altenesch. Die Stedinger erleiden an der Ochtum eine vernichtende Niederlage gegen das Kreuzfahrerheer.
"Schlacht bei Altenesch "
Wiederaufbau der Süderbrooker Kirche und Bau von Grabkappelen in Ochtum und Samnau.


Zeichnung von Bernard Winter


Linolschnitt von Armand Vilter

1234 - 1243

Oldenburger Graf Otto I. baut eine Burg in Berne aus Holz und Lehm, und residierte hier bis 1250. Um von hier aus den Verkehr auf der Weser zu beobachten.
Das Burgdorf Berne war damals nach Oldenburg einer der bedeutendsten Orte der Grafschaft Oldenburg.

 

Chronologie

Ereignisse:

nach 1234

Erzbischof Gerhard II. baut die kleine Pfarrkirche zu Berne, als Zeichen seines Sieges, zu einer einschiffigen, romanischen Kirche der "St. Ägidius Kirche" aus.

Reste der Stedinger entkommen nach Golzwarden und beunruhigen von hier aus, vermutlich gemeinsam mit den Rüstringern, das Land.

1235

Papst verkündet kirchlichen Gnadenerlass für die besiegten Stedinger

1250

Bremen erklärt keine befestigten Herrensitze an der Unterweser zu dulden.

1258

Erzbischof Gerhard II. stirbt.
Oldenbuger Grafen greifen Golzwarden an, verlieren aber bei Boitwarden eine Schlacht.

1259

Die Grafen von Oldenburg geben auf bremischen Druck hin die Burg in Berne auf und schaffen sich Ersatz durch den Bau des Stützpunktes in Delmenhorst.

Vor 1260

Vor 1260 trat Bremen der Hanse bei.

1260

Die Rüstinger besiegen die Oldenburger bei einer "Schlacht" im Boitwarder Moor.
Die Oldenburger verständigten sich mit den Rüstringern dahin, dass die Friesen sich nicht mehr in Stedinger Angelegenheiten einmischen.
heutiger Kirchenbau/Neubau der Kapelle am Deich

14.12.1287

Die Luciaflut, von über 50.000 Opfern ist die Rede.

1288

Kirchhuchting erstmals erwähnt ("Kerchhoytiggen").

1297

Bremen kauft die Fischerei in der Ochtum von Otto von Oldenburg.

1299

Erweiterungsbau und Weihe der St. -Gallus Kirche am Ort des Massengrabs der Gefallen von 1234

13. Jahrhundert

Bremen wird politisch unabhängig von den Erzbischöfen

Anfang 13. Jahrh.

In Huchting und anderen Landgebieten werden Dorfkirchen erbaut. Die Macht der Bremer Erzbischöfe erreicht ihren Höhepunkt.

Um 1300

Der Mauerring um die Stadt Bremen wird vollendet.

um 1300

Die Grafen von Oldenburg greifen die Lechterseite an, die in erzbischöflichem Besitz ist, werden aber abgewiesen.

1306

Die Grafen von Oldenburg und die Stedinger Bauern schließen einen Vergleich ab, der unter Aufsicht des Erzbischofs von Bremen steht. Erst jetzt ist das Land befriedet.
Erste Erwähnung eines "Stedinger Siegels"

1309

Der Warturm wird erwähnt. Er bewacht den Ochtumübergang des Wardamms, einer erhöhten Handelsstraße in Richtung Delmenhorst. Streitigkeiten gibt es wegen des Geleitrechts mehrmals mit den Grafen von Delmenhorst.

1312 Bremer Strafexpedition zu den Rüstingern zur Sicherung der Bremer Handelsschifffahrt.

23.11.1334

Die Clemensflut. Die Jade bricht zur Weser durch.

1335-1418

Die Gohgräfen des Vielands werden von Vertretern des Rats und den Einwohner gewählt. Später werden sie direkt vom Rat ins Amt deligiert.

1338

Varrelgraben erstmals als "Verlgraben" erwähnt.

1345

Oldenburg erhält das Stadtrecht. Weiter verleiht Graf Conrad I der Stadt Freiheit und Bremer Recht.

1358

Bremen wird Mitglied der Handelsorganisation Hanse. Von da an beginnt der wirtschaftliche Aufschwung unter anderem dank des aufblühenden Seehandels

02.02.1362

Der Oldenburger Stadtrat, verleiht den Bäckern ein ewiges Amt.

16.01.1362

Die zweite Marcellusflut " Groote Manndränke ". Schwere Verwüstungen durch Fluten. Erweiterung des Jadebusens, Entstehung des Dollart und der Zuidersee. Das Stadtland wird durch die Veränderung der Flüsse zur Insel. Im Norden entsteht das Lockfleth, in Süden der Einbruch der Liene. Die Kirche von Lienebrok versinkt.

Berichte über 100.000 bis 200.000 Tote.

1368 Die Schlacht bei Coldewärf.
Der erste Häuptling von Blexen, Iko Boling, führt die Friesen erfolgreich gegen ein oldenburgisch-bremerisches Heer, welches durch vier Grafen aus den oldebburgischen Hause angeführt wird. Die Oldenburger werden geschlagen und auch die 4 Grafen getötet.

1373

1. Dionysiusfut

1377

2. Dionysiusfut

1383 Bau des oldenburger Hafens für See- und Flussschifffahrt (der "Stau")

1384

Mittelshuchting erstmals erwähnt ("Miyddelshuchtinghe"). Vorher war die Schreibweise "Westerhuchtingen" üblich.

04.05.1385 Die Häuptlinge um Blexen geloben der Stadt Bremer die Bremer-Handelsschiffe und Kaufleute zu schützen. Dieser Vertrag wird dann am 27.07.1390 erneuert.

1392

Erstes Stedinger Siegel ( zweites 1487, drittes 1509)

1400

Erste Ochtumregulierungen. Die Huchtinger Bauern, ehemals Erbexe d.h. nicht an einen Grundherren gebunden, werden zunehmend Meier.

1405

Errichtung des Bremer Rathauses und der Aufstellung des Rolandbildes

1412

Ein schwerer Sturm weht den Turmhelm der Kirche von Berne herunter.

18.11.1421

Elisabethflut, Schwerpunkte sind Ostengland und die Niederlande.

1424

Älteste Aufzeichnung des Stedinger Deichrechts.
Deichbrüche in Stedingen

1448

Graf Christian von Oldenburg, zum dänischen König gewählt.

1449

Am Warturm wird eine Zoll- und Wegegeldstelle eröffnet um die hohen Kosten zur Unterhaltung des Wardamms aufzufangen.

1450 - 1485

Die Dörfer Nettelwarden, Bongarden und Mansfleth bei Elsfleth/Berne gehen unter.
Überflutungskatastrophe

1456

Graf Gerd der Mutige annektiert die Lechterseite. Damit ist ganz West - Stedingen in oldenburgische Hand. Die Osterstader Marsch bleibt beim Erzbistum und nimmt eine eigene Entwicklung.

1471

Während einer Familienfehde der oldenburger Grafen stürmen die Stedinger die Elsflether Kirche und zerstören die Festungsanlagen.

1476

Bei dem Dorf Paradies besiegt Graf Gerd ein Bremer Heer, das von einem Raubzug durch das Ammerland zurückkehrt.

1478

"Nobiskuhle" im Ortsteil Braake bei Altenesch entsteht.

Der Sage nach gibt es zwei Varianten:
1. Ein Deichschänders durchstach den Deich, dabei entstand die 'Nobiskuhle'. Dieser Deichschänder wurde gefasst und in der 'Nobiskuhle' versenkt "
Nach dieser Sage hat der Deichschänder Nobis (von der Stadt Bremen mit einer Kuh und einem roten Rock bestochen) bei extremem Hochwasser einen Anschlag auf den Deich bei Altenesch verübt mit der Folge, dass das Wasser mit ungeheurer Wucht durch den Deich brach. Der ertappte Nobis wurde durch die nachfolgende Spatengerichtsverhandlung in der Weise bestraft, ihn bei lebendigem Leibe in einer mit Nägeln versehenen Tonne in das Wasserloch zu rollen. In einer Ballade, die sich mit der Sage befasst, heißt es: "De rode Rock, de bunte Koh, de deckt mi armen Sünner to!"

2. Ein Bauer aus Bühren mit Namen 'Nobel' soll bei einer Sturmflut den Deich durchstochen haben um sein Dorf zu retten. Er kam dabei selbst zu Tode"

26.09.1509

Antoniflut. Größte Ausdehnung des Jadebusens. Alle bis hier genannten Sturmfluten, brachten große Überflutungen mit erheblichen Landverlusten, und kosteten vielen Menschen und viel Vieh das Leben.

26.10.1509 Cosmasflut
16.01.1511 Antoniusflut

1500 - 1872

Robben und Walfang von Lemwerder aus, die Grönlandfahrten.
Die Stedinger stellten den weitaus größten Anteil aller Eismeermannschaften für den Robben- und Walfang.

31.10.1517

Luther veröffentlicht seine 95 Thesen

1522

Reformation

1523

Die evangelische Lehre ist im Herzogtum Oldenburg erstmalig zu Ostern, durch den Lutherschüler Mag. Edo Boling, Pastor in Esensham, erfolgreich verkündet worden.

1526

Christoph von Verden verwüstet mit 5000 (!) Landsknechten das Vieland. Huchting wird teilweise zerstört.

1529

Die Oldenburger Schiffergesellschaft erneuert ihre alten Satzzungen. Bereits 1242 wurde eine Kapelle für den Schutzpatron der Schiffer geweiht.
Die Gilde erhält vom König von Dänemark das verbriefte Recht zur freien Fahrt nach drei Häfen der Insel Island.

1530

Reformation. Der letzte Abt von Hude siedelt nach Bremen über. Das Kloster wird 1533 aufgehoben und dient von da an als Steinbruch.

1531-35

Der Wardamm wird mit den beim Abbruch des Paulsklosters gewonnenen Steinen gepflastert.

02.11.1532

" Allerheiligenflut " Die ostfriesischen Dörfer Osterbur und Ostbense zerstört. Insel Nordstrandüberschwemmt, laut Chroniken 1500 Tote. In Eiderstedt ertrinken 1100 Menschen

1535 ( 8 )

Erste Schule in Berne, und auch die erste Schule in der Grafschaft Oldenburg. Der Küster Johan Hagedorn, ist der Erste, namentlich bekannte Schulhalter im " Dorpe tor Bernde " ( 1538 - 1547 ).

18.2.1546

Luther stirbt in Eisleben

1546

Der Pastor Wilhelm Kock, amtierte als letzter katholische Geistliche , in der Sankt - Ägidiuskirche zu Berne.
Er war hier von 1517 - 1546 Priester, verkündete nach der " Pabscher Lehre ".

1547

Pastor Berend Knop, ist der erste evangelische Pfarrer in Berne.

1547

Graf Anton I. erwirbt Delmenhorst. Damit kommen auch die Ländereien des ehemaligen Kloster Hude und die Lechterseite rechtlich zu Oldenburg. Sie waren nach Erbteilung zu Delmenhorst geschlagen worden

1549

Als wahrscheinlich erster protestantischer Pfarrer wird Johannes Kelner als "nu tor tydt Kerchere to Huchtingen" erwähnt.

1563

Bremer lassen letzte Reste des Witte Slot entfernen.

01.11.1570

2. Allerheiligenflut, die ostfriesischen Dörfer Oldendorf und Westbense zerstört.
Fluthöhe NN +4,40m (Dangast)

1571

Bruch der Weser- und Ochtumdeiche an 7 Stellen.
"Im Februario war wieder ein groß Wasser um Bremen, dergleichen kein Mensch gedacht hätte. Der Steinweg bis zum Warturm ging weg und trieben die Brücken weg, so zwischen dem Turm und Huchting waren. Vor dem Tore ging man zu Schiffe und fuhr nach dem Varel-Graben."

1573

Hat Graf Johann von Oldenburg /Delmenhorst ( 1540 - 1603 ), mehrere Verordnungen für das Herzogtum Oldenburg / Delmenhorst erlassen. U.a.:

im März eine Kanzleiordnung,
im Mai eine Landgerichtsordnung,
am 11.07. eine Deichordnung,
und am 13.07. eine Kirchenordnung

1574

Die "Oldenburger Schiffergesellschaft" wurde gegründet.
Berne: "groth Vüersbrunst, an den Freythave tho Berne" 
(große Feuerbrunst am Berner Breithof)

1577

Die Berner Kirche wird erneuert. Man brach die Südmauer auf und verdoppelte die Breite der Kirche. Für den Bau der Kirche wurden Sandsteinquader aus dem Weserbergland verwendet. Die Nordmauer und der Turm bleiben von der alten einschiffigen Kirche erhalten.

1578 Sturmflut: 2 Fuß höher als die Allerheiligenflut von 1570

 

Chronologie

Ereignisse:

04.10.1582 Ende des Julianischen Kalenders, - begonnen im Jahre 0 -
15.10.1582 Beginn des Gregorianischen Kalenders.
1583 - 1667 Graf Anton Günther Herzog von Oldenburg/Delmenhorst.
1590 - 1596 Meister Lampeler aus Brabant baut die Berner Orgel.
1597 Ein Warner Berendt hat in Oldenburg die erste Buchdruckerei eingerichtet.
1598

Huchting kommt zum Goh Obervieland und ist damit endgültig unter bremischer Kontrolle.

Pest in Berne: (80 Tote bei Berne und 147 bei Bardewisch)

1599 " De Kleene Catechismus " von Dr. Martin Luther wurde in Oldenburg gedruckt.
1599 Schreibt Hermann Winkelmann, aus Oldenburg, das " Oldenburgische Chronicom "
1601 Urkundlich, der erste " Berner Markt ".
1603-1667 Regierungszeit des Graf Anton Günthers in Oldenburg
1605 Die Stadt Bremen äußert sich anerkennend über die " Strompolizei " der Grafen von Oldenburg.
1607 Umbau der Burg der oldenburger Grafen, zum Schloss.
30.03.1608 Erster Oldenburger Kramermarkt, gegründet durch Graf Anton Günther.
1618-48

Im Dreißigjährigen Krieg wird Huchting 1626 geplündert und teilweise niedergebrannt. Der Pfarrer Gerhard Rösing berichtet 1631, dass die Hälfte der Bevölkerung verstorben, und der Rest durch Abgaben und Zwangsdienste "elendig verdorben" sei.

1618 Heinrich Vollers aus Berne, geb. 1583, schreibt die " Stedinger Chronica ", er war außerdem noch Chronist,  Organist, Bauer, Landmesser, und Kirchenjurat.
1619 Bremen baut in Vegesack das erste künstliche Hafenbecken Deutschlands, 17 km stromabwärts.
1619

Bau des ersten künstlichen Hafenbecken

1619 Das Kurfürsten - Kollegium des Heiligen Reiches gewährt dem oldenburgischen Grafen Anton Günther den Weserzoll.
1620 Neue Verteidigungsordnung für die Stadt Oldenburg.
1623 Deich bei Bardenfleth von den Stedingern selbst durchstochen um des Grafen Tillys Kriegsvolk abzuhalten.
31.03.1623 Dieser Weserzoll wird aufgrund des kaiserlichen Zollprivileges für den Grafen von Oldenburg garantiert.
d.h. Der Kaiser belehnt Oldenburg mit dem Weserzoll.
Im Westfälischen Friedensvertrag von 1648 dies erneut festgeschrieben und damit Reichsrecht.
24.03.1624

Der Weserzoll, der kurzfristig in Brake erhoben werden sollte, wird bei Elsfleth errichtet.

1625 im 30jährigen Krieg landet Feldherr Mansfeld in Lemwerder und nimmt Quartier im Pfarrhaus Altenesch.

"Fastnachtsflut"

1633 Da Bremen den Weserzoll nicht anerkennt, verhängt Oldenburg eine Handelssperre gegen die Stadt.
11.10.1634 " Oktoberflut " auch 'zweite Manndränke' genannt. Es ist vor allem Nordfriesland betroffen. Stedingen bleibt verschont.
1634 - 1639 Die Kirche zu Berne erhält aus der Werkstatt des Hamburger Bildschnitzers Ludwig Münstermann Altar und Kanzel (1639).
1637 Der Graf von Oldenburg verlegt Soldaten nach Elsfleth, um Bremen zur Zahlung des Weserzolls zu zwingen.
1644

Die Kirche wird instand gesetzt, nachdem sie im Krieg stark beschädigt wurde.

1646

Bremen wird nach dem Wiener Kongress souveräner Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes.
Bremen wird freie Reichsstadt.

1648 Der Weserzoll wird in den Westfälischen Frieden aufgenommen und damit international anerkannt, außer von Bremen.
um 1650

Erste Erwähnung Stedinger Maße

 

1 Stedinger - Hundt

= 10 Himbtsath

1 Stedinger - Hundt
1 Stedinger Hunte

= 1/6 Stedinger Morgen, 2333,33 Q-Fuß = 20,43 Ar

1 altes Jück

= 50,0522840 Ar

1 Stedinger Morgen

= 1,2256 ha, 140.00 Q-Fuß = 122,56 Ar
(23 Morgen = 29 Hektar)

1 Morgen = 6 Hunte = 20 Scheffelsaat = 350 Ruten
1 Stedinger - Scheffelsaat = 6,13 ar, 17 ½ Ruten zu je 400 Q-Fuß = 613qm
ein Bau ("de Bo" plattdeutsch) = 5 nebeneinanderliegende Stücke

1 preußischer Morgen

= 0,2553 ha

1 Pütt Erde

= 1600 Kubikfuß

1 neues Jück

= 45,38 ar, später 50 ar oder 0.5 ha

 

1 Scheffel (Hohl - und Getreidemaß) 
wird auch als Pachtsatz angegeben.
(100 Scheffel für einen Bau, Pachtsatz um 1800 in Oberstedingen)

in Oldenburg

= 22,803 Liter mit 16 Kannen zu je 1,425 Liter

in Jever

= 30,899 Liter

in Preußen

= 54,962 Liter

in Bremen

= 74,104 Liter

1 Stedinger - Scheffelsaat

= 6,13 ar, 17 ½ Ruten zu je 400 Q-Fuß = 613qm

1 Tonne

= 8 Scheffel

1 Last

= 18 Tonnen

1 Oldenburger Tonne Bier

= 159.6 Liter

1 Zoll

= 0,024m

1 Fuß
(Lang - und Längenmaß im Oldenburgischen)

=12 Zoll =  0,2958 m

1 Ruthe/ Rute
(Längenmaß beim Deichbau)

= 18 bis 22 Fuß.

1 Rute

= 20 Fuß = 5,916m

1 Oldenburger - Elle

= 0,5809m

Längenmaß: 10 Voth

= 50 Ellen

1 Oldenburger - Meile

= 9869,6m

1 Faden
(Längen - und Raummaß für Holz und Torf, in der Seefahrt auch Wassertiefe)

= 1,88 Meter.

1652 Der Kaiser verhängt die Reichsacht gegen Bremen, weil die Stadt den Weserzoll immer noch nicht bezahlt.
1653 Regensburger Vergleich. Der Weserzoll wird von Bremen anerkannt. ( Regensburg war Sitz des Reichstages. )
1656 Erste Oldenburger Lateinschule, Haupt - und Gelehrtenschule des Landes gegründet.
1657 Graf Anton - Günther erließ eine Armenordnung, Bedürftigkeit für arme Leute.
1666 - 1668 Die Pest wütet in Odenburg.
19.05.1667 Graf Anton - Günther von Oldenburg verstorben.
1667 - 1773 Die Grafschaft Oldenburg/Delmenhorst, fiel durch Erbschaft ( Graf Anton Günther - kinderlos ), an das verwandte dänische Königshaus. Somit begann die Dänenzeit für das Stedingerland.
27.07.1676 Die große Oldenburger Brandkatastrophe.
06.05.1681 Zweite Oldenburgische Deichordnung.
25.11.1685 Catharinenflut
1686 Martinsflut
1706 Erste Berner Schulordnung.
1706 Dänische Verordnungen im Herzogtum, u.a.; Verbot der Weihnachtsspiele und des Sternsingens, Genehmigung der Regenkleider, und eine Verordnung gegen die übelerzogene, unwillige Jugend.
1708 Bernhard Muhle (geb. 1656), ein gelernter Apotheker (Apothekereid abgelegt in Delmenhorst) erhielt in Berne das Recht einen Gewürzhandel und eine kleine Hausapotheke zu betreiben.
24/25.12.1717 Die große Weihnachtsflut, in Ober - und Niederstedingen, viele Deichbrüche und zum großen Teil Land unter. Gründung der verschiedenen Deichbände.

Sterberegister des Kirchenbuchregister Seefeld, Seite 424:
"In der hohen Waßerfluth am 25.Dec. 1717umgekommen und in aller Stille begraben. Einheimische, soviel man von denselben hier wiedergefunden und noch kennbahr gewesen....Diese 110 Leichnam hat man alleine in dieser gemeinde nach und nach in den Häußern, auf dem Lande, und in den Graben elendigst meist nackt und bloß liegend gefunden, ersäuffet am Tag des Zornes des Herrn. Gott helffe, daß sich alle noch lebenden daran spiegeln und sich bekehren. Amen"

1719 Frieden zu Stockholm: Bremen gehen an Hannover
02.12.1737 Bernhard Muhles Schwiegersohn Friedrich Gottlieb Münster erhält die Konzession eine Apotheke in Berne zu betreiben.
27.02.1746(9) Erste, regelmäßig erscheinende Zeitung in der Stadt Oldenburg, die " Oldenburgische Anzeigen ", zunächst nur hauptsächlich für amtliche Mitteilungen. Ab 1751 kamen Zeitungsanzeigen aller Art hinzu.
1748 Erste Freimaurerloge " Zum goldenen Hirsch " ins Leben gerufen.
1749 Die ersten Kartoffeln wurden im Stedingerland angepflanzt. Sie kamen durch Hollandgänger nach Stedingen und fanden  anfänglich keinen Beifall, weil man sie für Schweinefutter hielt.
1763 Erste oldenburgische Lotsenverordnung
1764 Schleifung der Festung Oldenburg, die Festungswälle wurden freundliche Anlagen.
1764 Die Oldenburgische Landesbrandkasse errichtet, durch den König von Dänemark.
1771 Die Feier des dritten Festtages ( Weihnachten, Ostern, Pfingsten ), wurde abgeschafft.
1773 Ende der Dänenherrschaft
24.12.1774 Die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst werden zu einem Herzogtum unter dem Namen "Herzogtum  Oldenburg" erhoben.
Unter Herzog Peter Friedrich Ludwig aus der Gottorper Linie
1777 Das Schreiben, im Unterricht an den Schulen, wird verordnet.
1777 - 1786 Die Anfänge des Club - und Theaterlebens in Oldenburg.
1778 Orgelprospekt in der Berner Kirche wird bemalt.
1783

Bremen: Beginn des Direkthandels mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika.

1786 Die Landessparkasse zu Oldenburg errichtet, älteste Sparkasse der Welt. Durch den Herzog von Oldenburg. Die " Ersparungscasse ", Vorläuferin der Landessparkasse, die im Oldenburgischen, in den Dorfgeistlichen ihren örtlichen Vertreter hatten. Sie hielten besonders die heranwachsende Jugend zur Sparsamkeit an. Alte Währung im Großherzogtum Oldenburg, bis zum Jahre 1857 1 Thaler ( Thl ) = 72 Grote = 360 Schwaren 1 Grote = 5 Schwaren, entsprach etwa 4 Pfennig heute. ( 0,04 DM )  
1787 In der Gegend der jetzigen Braker Kaje werden Duckdalben in die Weser gerammt, um Liegeplätze für Schiffe zu schaffen, die wegen der zunehmenden Versandung der Weser Bremen nicht mehr erreichen können.
1790 - 1791 Gründung der öffentlichen Bibliothek am Damm (Oldenburg).

 

Chronologie

Ereignisse:

1803

Oldenburg erwirbt die Ämter Wildeshausen, Vechta und Cloppenburg. Dafür soll es auf den Weserzoll verzichten. Die in Regensburg beschlossene Aufhebung des Weserezolls, wird bis zum Jahre 1820 hinausgeschoben.
Anschluss des Bistums Lübeck.
Die Franzosen blockieren die Außenweser.

5.7.1803

Konvention von Artlenburg: hannoversches Heer entwaffnet und aufgelöst, Frankreich besetzt Hannover, Elbe und Weser für britischen Handel gesperrt

1806 - 1813

Französische Besetzung und Kontinentalsperre durch Napoleon. Starke Durchmärsche und Einquartierungen von französischen Soldaten im Stedingerland, holländische Truppen besetzen die Gemeinde Altenesch.

1809

Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig zieht durch die Gemeinde Altenesch, auf der Flucht vor den Franzosen

1810

Abdankung Louis als König von Holland, Einverleibung Hollands, des Großherzogtum Oldenburgs, Ostfrieslands und der Hansestädte ins Kaiserreich Frankreich. Auch Bremen wird annektiert.
Herzog Peter emigriert nach Russland

1811

Einführung des Zivilstandsregisters, die Rechtsprechung wird von der Verwaltung getrennt, Maße und Gewichte vereinheitlicht.

1811/12

Straftruppen holen junge Verweigerer aus den Häusern.

27.11.1813

Wiedereinzug des Herzogs Peter - Friedrich - Ludwig, der Landesfürst kehrt nach Oldenburg zurück.

1813

Befreiung Bremens durch russische Truppen. Huchting wird wieder eine selbstständige Gemeinde.

1814

Völliger Neubau des Oldenburger Staates.

1814

Eigenes Zivilstandsregister für Huchting.

1815

Beitritt Oldenburgs, als Großherzogtum, zum Deutschen Bund.

1815

Bremen wird als Freie Stadt Mitglied des Deutschen Bundes

1817

Bau des ersten deutschen Dampferschiffs " Weser " auf einer Bremer Werft. Der erste deutsche Dampfer verkehrt täglich zwischen Brake und Bremen.

08.05.1820

Der Weserzoll wird endgültig aufgehoben. Oldenburg erhält als Ersatz das Niederstift Vechta. Die Verhandlungen über die Abschaffung des Weserzolls ziehen sich von 1802 - 1820 hin und führen erst jetzt zum Erfolg für Bremen. Oldenburg hatte den Preis für sein Entgegenkommen schon 1803 erhalten.

2.7.1823

Peter Friedrich Ludwig folgt als neuer Herzog von Oldenburg:

10.9.1823

Minden: Unterzeichnung der Mindener Weserakte durch die Weseranrainerstaaten zur Freizügigkeit des Wasserverkehrs und zum Abbau von Zöllen

1824

Die oldenburgische Regierung macht den Versuch, den Bremer Handel auf Brake umzulenken.

3.-4.02.1825

" Februarflut ", höchster bis dahin bekannter Wasserstand.
Flutmarke NN +5,26m (Stedingen kommt glimpflich davon)

1826

Die bisherigen Landgeschworenen werden durch Vögte ersetzt. (Huchting)

11.1.1827

Bremen kauft Bremerhaven von Hannover, um es zum neuen Hafen auszubauen und der Versandung der Weser zu begegnen. Daraufhin Gründung von Bremerhaven.

1830

Die Folge ist eine schwere Krise in Brake.

1832

Gründung der Seefahrtschule in Elsfleth. Oberstedingen stellt in dieser Zeit viele Seeleute. Außerdem sind hier zahlreiche Werften beheimatet.

1833

Im Warfelde wird die Ochtum in Nebenbett verlegt, wodurch sie viele ihrer Krümmungen verliert. Der Abfluss des Wassers wird verbessert.

1834

Entstehung des Denkmals "Stedingsehre" auf dem St.-Veit-Hügel bei Altenesch und Einweihungsfeier durch Pastor Steinfeld.
Münzen:
1 Reichstaler = 72 Groten
1 Groten = 5 Schwarten

1835

Brake wird Freihafen.

09.04.1837

105 Männer aus der Gemeinde Berne gründen die "Berner Witwen- und Waisen-Kasse" [heute ein Versicherungsverein a.G.]
Genehmigt und bestätigt durch den regierenden Großherzog.
(Paul Friedrich August von Gottes Gnaden Großherzog von Oldenburg, Erbe zu Norwegen, Herzog von Schleswig, Holstein, Stormarn, der Dithmarschen und Oldenburg. Fürst von Lübeck und Birkenfeld, Herr von Jever und Kniphausen x.x)

1841

In Berne wird der Männergesangverein " Liedertafel Berne" gegründet. 

1842 - 1862

Stedinqer Companie beteiligt sich am Walfang und Robbenschlag in der Arktis.

1845

Das erste Hunte - Weser Dampfschiff.

1846

Optischer Telegraf in Brake. Der Signalturm steht noch und dient heute als Schifffahrtsmuseum. Die Einrichtung war bei der Einweihung durch den elektrischen Telegrafen überholt.

1846

Die Aufhebung der Oldenburger Torsperre.

1848

Bürgerliche Revolution. Brake wird Stützpunkt der neuen Flotte. Ihr Admiral wird ein Sachse: Carl Brommy.

1849

Neue Oldenburgische Verfassung.

04.06.1849

Gefecht bei Helgoland. Einziger Einsatz der neuen Flotte.

1850

Ablösung der letzten Meierpflichten durch eine einmalige Zahlung an die Domänenkammer Hannover die inzwischen die Güter des Klosters Heiligenrode übernommen hat.

1852

Aufnahme von Hannover und Oldenburg in den Deutschen Zollverein.

1853

Kauf des Jadebusens durch Preußen von Oldenburg zur Anlage eines Kriegshafens.

1855 Neujahrsflut

1856

Entstehung einer Segelmacherei und Tauwerkfabrik in Deichshausen.

20.02.1857 Bremen: Gründung des "Norddeutsche Lloyds" durch H. H. Meier.

1858

Bremen, seit 1854 völlig vom Gebiet des Deutschen Zollvereins umgeben, nimmt die Zollgrenze bis zum Warturm zurück. Huchting bleibt weiter bremisches Zollgebiet, an den Grenzen blüht der Schmuggel.

1858

Großherzogtum Oldenburg ist dem Deutsch - Österreichischem Postverein beigetreten. Von 1852 bis 1868 hatte das Großherzogtum 19 verschiedene Briefmarken. u.a.
1/30 Thaler Marke ( 1852 ),
Ein Groschen Marke ( 1859 ),
Ein - halb Groschen Marke ( 1862 ),
Ein - drittel Groschen Marke ( 1867 ).

18.08.1852

Der Oldenburger Auktionator Hannibal Fischer versteigert in Brake die Segelfregatte " Deutschland " aus den Beständen der inzwischen aufgelösten deutschen Flotte.

1853 - 1859

Brake ist Auswandererhafen.

1856

Aufgrund der neuen oldenburgischen Gemeindeordnung ( eine Errungenschaft der Revolution ), werden Brake und Elsfleth selbständige Städte.

1858

Der Klippkanner Groden wird eingedeicht.

1858

1.Amtsgericht in Berne ( von 1858 - 1879 ), dann nach Elsfleth verlegt.
1. Amtsrichter in Berne war Friedrich Berger.

1847-1888

Weserkorrektur
Brockmann, Johann, geb. 3. November 1816 in Mittelshuchtingen gest.1860 in Bremen.
Er war 1847 Baukondukteur, 1851 Bauinspektor, 1859 Wasserbaudirektor hat die Arbeiten zur Herstellung der sogenannten Bürener Weser von der Moorlosen bis Vegesack durchgeführt.  
(Es handelte sich dabei um für damalige Zeit sehr erhebliche Arbeiten, bei denen auch die Durchdämmung des alten unter den Deichen des Stedinger Landes entlang fließenden Weserarmes vorgenommen werden musste. Die Herstellung der neuen auf Bremer Gebiete liegenden Bürener Weser hatte zum Zwecke, der in der alten Weser vorhandenen Verwilderung entgegen zu arbeiten und bessere Fahrwasserverhältnisse zu schaffen. Siehe auch 1787)

1860 - 1861

Der Braker Hafen erhält eine Schleuse.

etwa 1860

Wurde der Kleiweg von Berne nach Huntebrück, jetzt B 212, erhöht und mit Klinkersteinen gepflastert.

1863 Der Schweizer Philanthrop Henri Dunant (1828-1910)
gründet in Genf da "Rote Kreuz"

1866

Deutscher Bruderkrieg, Preußen gegen das Königreich Hannover.

1866

Mit dem Norddeutschen Bund hat Bismarck - um den Preis des Krieges von 1866 - im Norden Deutschlands die Reichsgründung von 1871 vorbereitet.

1867

Bau der Eisenbahnlinie Bremen-Oldenburg. Der Huchtinger Bahnhof wird gebaut.

14.07.1867

Erste Fahrt der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn G.0.E., von Bremen nach Heppens ( Wilhelmshaven ), über Oldenburg. Die Lokomotive " Stadland " wurde in Chemnitz gebaut.

01.01.1868

Alle Oldenburger Postwertzeichen verlieren ihre Gültigkeit. Das Großherzogtum hatte seine Posthoheit an den Norddeutschen Postbezirk abgegeben. ( Gleich Norddeutscher Staatenbund ). Unter Großherzog Nikolaus Friedrich Peter ( 1853 - 1900 ) war Oldenburg dem deutschen Münzvertrag beigetreten, nun galt ( wie in Preußen ) ;1 Thaler = 30 Groschen Aufgrund der neuen Bestimmungen des Postvereins, musste diese regionale Währung in Silbergroschen angegeben werden.
Ab 1868 trug die Marke für einen Brief bis 10 Meilen ( etwa 75 km ) mit einem Gewicht von einem Loth = ( 15,5 g ), die Währungsangaben: 2 2/5 Grote, 1/30 Thaler, 1 Silbergroschen.
Die Ortsdrucksache wurde für 4 Schwaren ( = 1/3 Silbergroschen befördert.
Standardbrief nach Bremen, 1 Silbergroschen.
Mit nur vier Marken in den Wertstufen 1,2,3 und 4 Silbergroschen musste der wackere Postbeamte das richtige Porto zusammenpuzzeln.

1866 - 1888

Wilhelm I. König von Preußen seit 1871 deutscher Kaiser.

1870

Die Dörfer um Huchting werden zu einer Samtgemeinde zusammengefasst.

16.06.1870

Erste Spatenstiche zum Bau der neuen Eisenbahn, durch das Stedingerland.

1870 - 1871

Der deutsch - französische Krieg.

1871

Reichsgründung Kaiserreich )

1871

Bremen wird Mitglied des Norddeutschen Bundes

1871

Großherzogtum Oldenburg wird Bundesstaat des Deutschen Reiches.

1872

Niedergang der Robben- und Walfängerei, Entstehung von Boots- und Schiffswerften.

1872 - 1873

Die Großherzogliche Eisenbahn wird von Hude über Berne und Elsfleth bis Brake geführt, im Jahre 1875 Weiterbau bis Nordenham.

1873

Neue Währung im Kaiserreich, die " Mark " - Reichsmark RM -
vorher der Thaler ( Thl ), 1 Reichsthaler ( Rthl ) = 3 Mark.

1876

Elsflether Binnenhafen " Am Timpen " gebaut. Der Braker Hafen wird um den Holzhafen erweitert.

1877

Die alte Dorfkirche in Huchting wird abgerissen, nachdem die eine Gemeindeversammlung die Sanierung ablehnt. Da die Kosten für den Neubau erheblich sind, genehmigt der Senat eine Kollekte im Landgebiet.

1877

Gründung der " Freiwilligen Feuerwehr Berne ", die Anregung, und die Mitglieder kamen aus dem Stedinger Turnverein Berne.

1878

Die neue Kirche in Huchting, im neo-gotischen Stil erbaut, wird eingeweiht.

1879

Das Großherzogliche " Amt Berne " ( Verwaltung u. Amtsgericht ) wurde nach Elsfleth verlegt.

1884

Huchting wird in das Bremer Adressbuch aufgenommen.

1884 - 1889

Oldenburger Pferdebahn.

1885

Die ersten Radfahrer, auf Zwei - und Hochräder, auf den Straßen und Wegen in der Wesermarsch.

1887

Wurde die Stedinger Molkereigenossenschaft gegründet, nur 6 Gründungsmitglieder. ( Hoflieferant Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Oldenburg.

1887

Gründung " Kückens-Krankenhaus ".

15.6.1888

Wilhelm v. Preußen als Wilhelm II. Deutscher Kaiser

1888

Bremen tritt dem deutschen Zollgebiet bei womit auch der Schmuggel ein Ende findet.

1888

Anschluss Bremens an das deutsche Zollgebiet; Eröffnung des ersten Freihafens.

1888

Weserregulierung nach Plänen von Ludwig Franzius. Rückschlag für Elsfleth, das schwerer zugänglich wird. 
- die Alte Weser oder Blömer - 
Strukturwandel mit Weserkorrektur und wachsender Industrie

1889

Erwähnung von Süderbrook in Rasteder Urkunde

1892

Die Vertiefung der Unterweser ist soweit fortgeschritten, dass zum erstenmal ein "großes" Seeschiff, der Lloyddampfer "Hannover bis Bremen fährt.

1893

Letzte Begradigung der Hunte bei Huntebrück/ Berne.

1898

Ende einer schweren Wirtschaftskrise in der Region. Von 17 Werften an der Weser blieben zwei übrig.

1899

Die Spar - Leihbank wird in Berne gegründet.

 

Chronologie

Ereignisse:

1900

Vermehrt ziehen Arbeiter und Handwerker nach Huchting. Die Einwohnerzahl steigt auf 1200. 

1902

Elsflether Binnenhafen wird wieder zugeschüttet.

1903

Erste elektrische Lampen in dem Ort Berne, 15 Stck als Straßenbeleuchtung. Den Strom lieferte ein kleines Kraftwerk, dass der Gastwirt Langhop hinter dem "Berner Hof" betrieb.

1904

Grolland wird nach Huchting eingepfarrt.

1906 Sturmflut, 
NN +5,35 (bei Dangast)

1907

Gründung der Bootswerft Abeking und Rasmussen

1909

Der "Petroleumkönig" Schütte lässt die Duckwitzstraße zwischen Grolland und Huchting erbauen. Die Entfernung zur Stadt beträgt dadurch nur noch rd. 4,5 km.

1910

Bau der Kleinbahn Bremen-Thedinghausen die im Volksmund "Pingel-Heini" genannt wird.

1911

Gründung der Fettraffinerie in Brake

1912 Die "Titanic" kollidiert auf ihrer Jungfernfahrt mit einen Eisberg und sinkt im Nordatlantik

1914

Das erste Auto in Berne, Dr. Franksen.

01.08.1914

Der Erste Weltkrieg. 1914 - 1918.

1918

Ende des Kaiserreiches, somit auch für das Fürstentum Oldenburg.

1919

Die Weimarer Republik wird ausgerufen.

12.10.1916

Gründung der Elsflether Werft.

1920

Inbetriebnahme des Flughafens in Bremen

1922  Howard Carter entdeckt das Grab des Tutenchamun.

1923

Erste Lichtgenossenschaft in Berne gegründet. Masten und Lichtleitungen wurden verlegt. Der Abschied vom Petroleum, fiel vielen kleinen Leuten gar nicht so leicht, wie man annehmen konnte, denn 500 Mark Anschlussgebühr war damals ein Vermögen.

1924

Huchting wird an das Stromnetz angeschlossen.

1924

Eröffnung des ersten Küstenkanalstückes.

1925 Fund eines Ritterschwertes in der Ollen bei Harmenhausen, als Beweis für die Schlacht v. 1234

06.04.1926

Die am 06.01.1926 gegründete "Deutsche Luft Hansa AG" nimmt den Linienverkehr auf.

1927 Charles Lindbergh überquert den Atlantik im Alleinflug.

1928

Inbetriebnahme der Columbuskaje in Bremerhaven (Bahnhof am Meer)

1923 - 1932

Zweite schwere Wirtschaftskrise in der Region.

1933

Das Dritte Reich wird ausgerufen.
Brake wird Sitz des neugebildeten Kreises Wesermarsch, im Gau Weser - Ems, Sitz Oldenburg, der die historischen Gebiete von Butjadingen und Stedingen zu einer Verwaltungseinheit zusammenfasst.
Verwaltungsreform: Altenesch Berne und Bardewisch werden zur "Großgemeinde Stedingen"

1933

Nationalsozialistische "Machtübernahme". Der Gemeindevorsteher Carl Hurtzig wird aus seinem Amt "entfernt", die "Freie Turnerschaft" verboten, die Arbeiter-Bibliothek geschlossen.

1934

Beginn mit dem Fernstraßenbau, die Autobahn.

Nazifeiern zur Schlacht von 1234 auf der neuerbauten Freilichtbühne Bookholzberg; Flugplatzbau mit Abriss Dorfkern Deichshausen. Eschhofsiedlung und kleine Siedlung entstehen.

1934

Beginn von umfangreichen Wohnungsbaumaßnahmen durch Siedlergemeinschaften u.a. am Roggenkamp.

1936

Gründung der Weser-Flugzeugwerke bei Lemwerder.

1936 -38

Industrieentwicklung, Bau der Eschhofschule

1936-40

Grolland wird planmäßig bebaut. Im Rahmen der NS-Autarkiebestrebungen sollen die Gärten zur "Selbstversorgung" dienen. Die Einwohnerzahl steigt auf 7500.

1938

Das Atomzeitalter beginnt, Atomspaltung durch Otto Hahn.

01.09.1938

Der Zweite Weltkrieg, 1938 - 1945.

Seit 1941

Verstärkter Luftkrieg gegen Bremen. Ziele in Huchting sind Rüstungsbetriebe. Durch die Nähe zum Flughafen werden auch Wohngebiete in Mitleidenschaft gezogen. Die durch Einberufungen fehlenden Arbeitskräfte, werden zunehmend durch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ersetzt.

12.10.1941

5 Häuser in Berne/ Weserstraße werden durch Fliegerbomben zerstört.

(4 werden wieder aufgebaut)

1943

Großangriff auf Lemwerder am 18.3. und der 8.10.1943, nach zwei Flugzeugangriffen 52 Todesopfer und umfangreiche materielle Schäden (der Ortsteil Lemwerder-West wurde nahezu vollkommen zerstört.

1944

In Stuhr-Obernheide wird ein Frauen-KZ für ungarische Jüdinnen errichtet, die jeden Tag zu Fuß durch Huchting zu ihren Zwangsarbeitsplätzen laufen müssen. Mitleidsäußerungen werden mit KZ-Einweisung bedroht.

04.05.1945 Berne wird von Glüsing (ca.1km vor Berne) aus, von den Kanadieren beschossen, und nachher eingenommen. Die Huntebrücke sowie die Camperbrücke, werden von der sich zurück ziehenden Wehrmacht zerstört.

1945

Zwei Atombomben werden in Japan, durch die Amerikaner ( USA ),abgeworfen.

Gefechtsrückzugsbeschluss in Altenesch

06.05.1945

Ende des Krieges, Zusammenbruch des Dritten Reiches. Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen in Europa suchen eine Heimat. Die Deutschen aus den Ostgebieten Schlesien, Ostpreußen, und Sudetenland usw., werden in den besetzten Zonen untergebracht. In allen Bereichen herrschte überall eine sehr, sehr große Not.

1945

Im April erreichen britischen Truppen Huchting. Bei ihrer Abwehr gibt es Verluste unter Soldaten und der Zivilbevölkerung. Durch die Sprengung der Weser-Brücken ist die Verbindung zur Altstadt unterbrochen. Am 21. April wird Huchting besetzt. Die amerikanische Militärverwaltung verfügt die Eingemeindung der Landgebiete zur Stadt Bremen.

1945 - 1948

Britische Zone, Besetzung durch Engländer und Kanadier. Währungsreform am 20.06.1948, Deutsche Mark - DM - , jeder Bürger fing mit 40,00 DM an.

1948

Neugründung der Gemeinden Altenesch, Bardewisch und Berne

1949

Die Bundesrepublik Deutschland entsteht. In Westdeutschland entstehen die Bundesländer, und der Landkreis Wesermarsch gehört zum Bundesland Niedersachsen. Bonn wird Hauptstadt der B.R.D.

1949

Bremen bildet zusammen mit der Stadt Bremerhaven als Stadtstaat das kleinste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland

1950/51

Außendeichsiedlung bei Lemwerder / Altenesch entsteht

1951/52

Damaschkesiedlung

1951

Grundschule Deichshausen

1952

Schulneubau Lemwerder-West

01.02.1953

"Hollandflut" Viele Deichbrüche in Zeeland, Brabant und Zuidholland.
2100 Opfer

1956

Schulzentrum mit Haupt-, Realschule und Orientierungsstufe

1958

Einweihung der neuen Brücke in Huntebrück. ( Hubbrücke )

Anm.: Es war früher eine Drehbrücke

nach 1959

Die meisten Brücken in der Umgebung werden erneuert.

nach 1960

Die historische Kirche in Berne, wird gründlich und sorgfältig renoviert, der Turm wird stabilisiert, zwei neue Glocken - die alten Glocken wurden im Krieg eingeschmolzen, zu Kanonen , ein neues Kupferdach, die Außen - Innenwände des Kirchenschiffes, das Deckengewölbe und die Holzkonstruktion des Daches ausgebessert, sowie neue Dachziegel. Der Altar, die Kanzel und die Orgel. Etwa 16 Jahre dauerte die gesamte Restaurierung. Alles abhängig von der Finanzierung. Die Mittel waren: Spenden, die Landeskirche, der Denkmalschutz und Bankkredite. Bei früheren Ausgrabungen, wurde eine römische Münze datiert aus dem Jahre 162 n.Chr. gefunden.

12.04.1961 Erster bemannter Raumflug.
Der Sowjetrusse Juri Gagarin umkreist als erster Mensch die Erde.

16./17.1962

Die große Orkanflut (Jahrhundertflut) an der Nordseeküste - 5 Tage Höchster Wasserstand + 5,78 m über NN ( Normalnull ) Schadenssumme ca. 1,4 Milliarden DM, 340 Menschen sind in Nordwest - Deutschland ertrunken.

In Hamburg und Bremen dringt das Wasser bis in die Innenstadt.

1962 - 1964

Beginn der Trinkwasserversorgung - Leitungswasser - durch den Marschen - Wasserverband, mit Sitz in Brake Landkreis Wesermarsch.

nach 1963

Beginn der Erhöhung und Verbreiterung, aller Küsten - und Flussdeiche, denn der Wasserspiegel der Meere steigt stetig an.

nach 1965

Beginn der Erdgasversorgung im Landkreis Wesermarsch.

1968

Gründung der DLRG Ortsgruppe Berne

21.07.1969

Neil Armstrong und Edwin Aldrin landeten mit der Landefähre " Eagle " auf den Mond.

Um 3:56 MEZ betrat als erster Mensch der US -Astronaut Neil Armstrong den "Mond", Edwin Aldrin folgte wenige Minuten später.

Währenddessen umkreiste  der Kommandant Michael Collin mit dem Raumschiff "Apollo XI" allein den Mond.

1970

Gründung der Firma Aljo, durch Gerhard Jonuscheit

26.03.1971

Gründung der Universität von Oldenburg.

Der Gründungsausschuss.
5 Hochschullehrer bzw. Dozenten,
5 wissenschaftliche Vertreter,
5 Vertreter der Studenten.
Der Lehrbetrieb begann am 01.04.1974.

13.11.1972

Ein Orkan, mit einer Geschwindigkeit von über 200 Std./km, fegte über Nordwestdeutschland hinweg. Im Oldenburger Land wurden ein Drittel des Waldes zerstört.

03.01.1976

" 1. Januarflut ", östlich der Weser bisher die höchste Sturmflut.

21.01.1976

" 2. Januarflut ", beiderseits der Elbe werden tausende Hektar Land überschwemmt.

1977

Ernst-Rodiek-Halle wird eröffnet

1979

Das Huntesperrwerk bei Elsfleth in Betrieb genommen, ebenfalls das Ochtumsperrwerk bei Altenesch.

25.09.1980 Eröffnung der elektrifizierten Bahnstrecke Hude-Nordenham.

24.11.1981

" Novemberflut " auf den dänischen Inseln Rømø und Mandø brechen die Deiche.

1989

Wiedervereinigung von West - und Ostdeutschland BRD Bundesrepublik - DDR Deutsche - Demokratische Republik. 16 Bundesländer bilden das neue Deutschland, Berlin wird wieder Hauptstadt, und Sitz des neuen Bundestages Der Umzug von Bonn nach Berlin etwa im Jahre 1999.

1993/94

DASA- Arbeitskampf mit breiter Unterstützung seitens der Bevölkerung sowie Pastoren, Gemeindekirchenrat

Um 1997

Die Wirtschaft stagniert in Deutschland, viele Betriebe schließen, und über 4.000,00 Menschen sind ohne Arbeit. In der Wesermarsch sind es über 10 Prozent.
Die Petram - Werft in Brake, der Bremer - Vulkan und die Brand - Werft in Oldenburg, haben im Jahre 1997 die Tore schließen müssen.

31.12.1999

Ende des 2.Jahrtausend nach Christi Geburt.

14.11.2000

Wesertunnel zwischen Dedesdorf - Rodenkirchen
Durchstich der ersten von zwei Wesertunnel-Röhren, nach 16 monatiger Bauzeit.

08.11.2001

Durchstich der nördlichen und zweiten Wesertunnelröhre. (1645m Länge)

Vielen Dank an Ulf Neundorfer für die Überlassung des Datenmaterials!